Cannabis: Globale Legalisierung nimmt Fahrt auf
Während es hierzulande in Sachen Legalisierung von Cannabis noch immer sehr schleppend vorangeht, wagen andere Länder diesen Schritt in Siebenmeilenstiefeln. Uruguay, das als eines der ersten Länder überhaupt Cannabis legalisiert hat, setzt nun einen drauf: Seit kurzem exportiert das Südamerikanische Land Marihuana auch kommerziell. Und das ausgerechnet nach Australien, wo die Stadt Canberra jetzt ebenfalls für Aufsehen gesorgt hat.

Uruguay exportiert erstmals kommerziell Cannabis

Mit der Auslieferung von zehn Kilogramm Marihuana nach Australien hat Uruguay vor Kurzem erstmals Cannabis zu kommerziellen Zwecken ins Ausland exportiert. Abnehmer ist laut dem Unternehmen Fotmer der medizinische Sektor in Australien. Mit dem kommerziellen Export erfüllt sich nun erstmals das Ziel der Kampagne, die der uruguayische Staat im Jahr 2013 ins Leben gerufen hat.

Das Land, das im Jahr 2013 als erste Nation überhaupt damit begonnen hat, eine landesweit reglementierte Cannabis-Industrie aufzubauen, betrachtet Cannabis nämlich als Exportgut. Damit soll Cannabis wohl langfristig als Devisenbringer dienen. Nach dem Export einiger kleiner Proben nach Deutschland sei dies laut Firmenangaben von Fotmer jedoch der erste größere Export. Und wohl auch nicht der letzte.

Canberra legalisiert Marihuana

Auch im Zielland des uruguayischen Exports gibt es passende Neuigkeiten in Sachen Cannabis. Als erste Stadt Australiens überhaupt legalisiert die australische Hauptstadt Canberra als bisher einzige Stadt des Kontinents den Anbau, Besitz und Konsum von Marihuana. Laut einem Beschluss des Australian Capital Territory (ACT) sollten alle Bürger der Stadt bis zu 50 Gramm für den privaten Gebrauch besitzen dürfen.

Nach Angaben des Nachrichtensenders ABC News sei der Konsum in der Öffentlichkeit sowie in der Nähe von Kindern jedoch untersagt. Weitere Regelungen sollen Details klären. Darüber hinaus soll jeder Privatperson der Anbau von maximal zwei Hanfpflanzen zur privaten Nutzung erlaubt sein. Pro Haushalt soll die Anzahl der Pflanzen allerdings auf vier begrenzt sein, was aber immer noch einer ordentlichen Menge entspricht.

Legalisierung und Entkriminalisierung mit Schönheitsfehler

Hintergrund ist laut dem Gesetzesinitiator Michael Patterson von der Labour-Partei die Entkriminalisierung. „Wegen unserer Drogengesetze kann bereits der Besitz einer kleinen Dosis dein Leben ruinieren, wenn du erwischt wirst“, so Patterson gegenüber dem Sender ABC News. In Kraft treten soll das Gesetz am 31. Januar 2020. Allerdings ist Cannabis in Canberra damit streng genommen immer noch nicht legal. Denn laut dem Commonwealth Law, das dem lokalen Recht übergeordnet ist, ist Marihuana noch immer illegal. Polizei und Justiz können demnach auch nach dem 31. Januar 2020 noch immer Strafen für Besitz, Konsum und Anbau von Cannabis verhängen.

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